Ein neuer Film über Hubertusburg

Wermsdorf: Ein neuer Film über Schloss Hubertusburg ist fertig
 

Regisseur Michael Erler hat es wieder getan. Sein neuer Film über Schloss Hubertusburg ist am Dienstag im MDR zu sehen. Ein Streifen, der jede Menge Spannung verspricht.

Schloss Hubertusburg – eine Immobilie voller Rätsel. Jetzt gibt es einen neuen Film von Regisseur Michael Erler.

Wermsdorf und das Schloss Hubertusburg stehen im Mittelpunkt des neuen Films von Regisseur Michael Erler „Hubertusburg – Fürstenschloss im Dornröschenschlaf“, der am Dienstag, dem 27. April, im MDR-Fernsehen erstmals gezeigt wird (Beginn: 21 Uhr). Im Interview erzählt der 70-Jährige, was die Zuschauer erwartet.

Ihr neuer Film ist nicht Ihr erster über das Wermsdorfer Barockschloss. Warum lässt Sie dieses Thema nicht los?
Das Schloss Hubertusburg war mir als geschichtsinteressiertem Menschen natürlich schon lange bekannt. Mein filmisches Interesse ist aber erst so 2005/2006 erwacht, als ich auf die interessante Geschichte des Psychiatrie-Patienten Karl Hans Janke aufmerksam gemacht wurde. Bei den umfangreichen Recherchen zu Janke lernte ich unter anderen auch Herrn John kennen, der zu DDR-Zeiten technischer Leiter des Krankenhauses Hubertusburg war. Er sagte zu mir: Janke ist ja ganz gut – aber wissen Sie, dass hier eventuell das Bernsteinzimmer liegt? Da war mein Interesse geweckt. So sind bisher fünf Filme entstanden, die immer weiter greifen, was sich an Forschung ergeben hat über das Schloss Hubertusburg. Aktuell neu ist zum Beispiel die Forschung über die Psychiatrie zu Nazizeiten, wofür der jetzige Psychiatrie-Chefarzt Dr. Peter Grampp recherchiert.
Die zwei inhaltlichen Schwerpunkte Ihres Filmes sind die Suche nach dem Bernsteinzimmer in Wermsdorf und die teils genialen Erfindungen des Psychiatrie-Patienten Janke. Können die Zuschauer neue Erkenntnisse erwarten?
Die Suche nach den Spuren des Bernsteinzimmers ist wie ein Puzzlespiel, die oft keine spektakulären Ergebnisse mit sich bringt. Aber es ergeben sich immer wieder neue Dinge. Ein interessanter Aspekt ist, dass dieses vermutete Depot im Wermsdorfer Steinbruch immer noch Rätsel aufgibt. Durch neue Messungen ist etwas in der Tiefe entdeckt worden, es gibt aber noch kein endgültiges Ergebnis. Das geht natürlich langsam voran, weil es nicht ohne Sponsoren mit aufwendiger Technik geht.
Die wichtigsten Protagonisten in Ihrem Film sind Bürgermeister Matthias Müller, der Psychiatrie-Chefarzt Dr. Peter Grampp, die Schatzsucher Gabi Liebegall und Manfred John sowie die Krankenschwester Rosel Lingren. War es schwierig, diese Menschen vor die Kamera zu bekommen?
Bei Manfred John und Gabi Liebegall war das nicht schwierig, die waren von Anfang an offen und wollten auch Kommunikation. Auch Dr. Grampp war sehr offen. Die Krankenschwester Rosel Lingren konnten wir dafür begeistern, mit uns zu reden, weil die ja die Psychiatrie in ihrem Beruf selbst erlebt hat. Und Bürgermeister Müller ist natürlich bestrebt, an die Öffentlichkeit zu kommen, da er etwas für das Schloss Hubertusburg erreichen will.
Welche Geschichte in dem Film hat Sie am meisten berührt?
Die Geschichte von Karl Hans Janke. Man ahnt ja, wie es bald 100 Jahre lang in der Psychiatrie zugegangen ist, wenn man die riesigen Räume heute sieht. Wenn man in einem solchen Raum mit 30 Leuten leben muss, kann man ja eigentlich nur kränker werden. Dass ein Mann wie Janke mit seinen grandiosen Ideen in so einer Umgebung leben musste und allein gelassen wurde, berührt mich heute noch.
Gezeigt werden auch Filmaufnahmen aus dem Alltag der Klinik Hubertusburg zu DDR-Zeiten und aus der Kindheit des heutigen Bürgermeisters Matthias Müller. Wie sind Sie zu diesen Aufnahmen gekommen?
Durch den Heimat- und Verschönerungsverein Wermsdorf sind wir auf diese einmaligen Aufnahmen gestoßen, die damals auf Initiative der Klinik gemacht wurden. Und dass wir auf die Filme aus der Kindheit von Matthias Müller aufmerksam geworden sind, war reiner Zufall. Wir wussten, dass er im Klinikgelände aufgewachsen ist. Und bei der Durchsicht der Filme vom Heimatverein haben wir vermutet, dass bei diesen Aufnahmen auch Matthias Müller und sein Vater zu sehen ist. Das hat sich dann bestätigt.
Noch schlummert das Fürstenschloss weiter im Dornröschenschlaf, ein eventuell hier geplantes Kunstdepot für Sachsen ist noch nicht spruchreif. Wie wünschen Sie sich die Zukunft von Schloss Hubertusburg?
Jeder, der mal in Versailles war, der weiß, wie so ein Schloss aussehen kann. Das wird Schloss Hubertusburg wohl nicht werden, das wäre etwas zu vermessen. Ein Kunstdepot mit Schauwert wäre eine Möglichkeit. Doch allein das Wort Depot klingt schon so komisch. Ich kenne kein Depot, das einen großen Schauwert hat. Ich stelle mir Hubertusburg als ein immer offenes Schloss vor, zumindest in Teilen. Neben dem Kunstdepot könnte es eine ständige Ausstellung geben, auch über die Psychiatrie. Vielleicht könnte die Janke-Ausstellung auch aus dem Nebengebäude ins Schloss umziehen.
Wird „Hubertusburg – Fürstenschloss im Dornröschenschlaf“ Ihr letzter Film über Wermsdorf sein?
Wenn sich etwas Neues ergibt – der Umbau zum Kunstdepot oder es wird etwas von den beiden Schatzsuchern und ihren Mitstreitern gefunden, dann könnte es durchaus noch einen weiteren Film geben.
Von Frank Hörügel  (www.lvz.de    Region Oschatz  - 19:11Uhr vom 23.04.2021
Kultur Wermsdorf: Ein neuer Film über Schloss Hubertusburg ist fertig)