Wilder Robert - Schmalspurbahn bis Wermsdorf - Planungen sollten jetzt aktiviert werden

Die LVZ berichtete 2017 von den Planungen zur Streckenerweiterung der Schmalspurbahn von Glossen bis Wermsdorf, um das Schloss Hubertusburg wieder per Dampfeisenbahn zu erreichen.

Dort wurde als als eine der notwendigen Voraussetzungen genannt:

"Sinnvoll ist das Vorhaben jedoch nur, wenn sich in den kommenden Jahren im Schloss Hubertusburg museal etwas tut. Dabei sind eine Dauerausstellung oder Zeitausstellungen wünschenswert."

Jetzt hat die Sächsische Staatsregierung die Mittel für jährliche Sonderausstellungen in Hubertusburg fest eingeplant, und offensichtlich laufen auch schon die Vorbereitungen für die nächste Sonderausstellung (Vielleicht geht es dabei um das 300. Jubiläum des Baubeginns Hubertusburgs, der hier in Wermsdorf am 3 November 1721 durch August den Starken verkündet wurde?).

         So ist es jetzt auch an der Zeit, die Planungsunterlagen für den Streckenaufbau nach Wermsdorf wieder aus den Schubladen zu holen und deren Umsetzung ernsthaft vorzubereiten!
         Wer setzt sich jetzt dafür ein?

 

Lesen Sie nochmal, was bereits am 21. und 22.Mai 2017 in der Oschatzer Allgemeinen Zeitung angekündigt wurde:

 

Döllnitzbahn   Historische Schmalspurbahnstrecke soll bis Wermsdorf reaktiviert werden

Die Döllnitzbahn und ihre Gesellschafter gehen jetzt in die Werbeoffensive. In einer Projektvorstellung sehen sie gute Chancen, dass die historische Kleinbahnstrecke zwischen Glossen und Wermsdorf wieder belebt werden kann. Damit werden auch zwei touristische Ganzlichter der Region – Schloss Hubertusburg und die Dampfbahn – verbunden.

Die rund 4,6 Kilometer Schmalspurstrecke zwischen Glossen und Wermsdorf-Döllnitzsee könnte in den nächsten Jahren gebaut werden. Der blaue Streckenabschnitt ist der bestehende, der rote Abschnitt die Neubaustrecke. Und die lilafarbene Linie ist die Strecke zum Schloss Hubertusburg, die mit der Chu-Chu-Bahn bewältigt werden soll 

                             Quelle: Grafik: P. Moye

In der Collm-Region wird derzeit weiter an der touristischen Vermarktung der Gegend gearbeitet. Bereits vor zwei Jahren wurde öffentlich über die Weiterführung der Schmalspurstrecke der Döllnitzbahn von Glossen bis nach Wermsdorf diskutiert. Dabei sollten die beiden touristischen Glanzpunkte der Region – die Kleinbahn und das Barockschloss Hubertusburg in Wermsdorf vereint werden. Lange herrschte Stille um das Vorhaben. Doch jetzt wird klar : Insgeheim wurde an dem Vorhaben gearbeitet, weitergefeilt und Lobbyarbeit betrieben – so dass jetzt ein gut strukturierter Projektvorschlag den Oschatzer Stadträten auf den Tisch flatterte und präsentiert wurde.
Ingo Neidhardt, Geschäftsführer der Döllnitzbahn GmbH und Oberbürgermeister Andreas Kretschmar verdeutlichen, warum sie die Pläne so forcieren. „Wir haben uns entschlossen, mit dem Vorschlag in die Öffentlichkeit zu gehen, weil uns jetzt Kostenschätzungen vorliegen und die Zeit günstig erscheint“, sagt Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der die Stadt Oschatz in der Döllnitzbahn GmbH vertritt. „Uns ist klar, dass die Finanzierung ohne den Freistaat Sachsen nicht geht. Doch die finanziellen Rahmenbedingungen sind so günstig, dass das Projekt machbar ist“, informiert Ingo Neidhardt, der schon in zahlreichen Gesprächen zuvor für das Projekt geworben hat.
„Uns kommt hier ein historischer Zufall zu Hilfe, ohne den das Projekt gar nicht denkbar wäre“, betont Neidhardt. Eisenbahnrechtlich ist die ehemals bestehende Strecke von Mügeln nach Neichen über Wermsdorf nie entwidmet worden. „Dadurch besteht hier noch Planungsrecht für Bahnzwecke. Und wenn wir es ganz allgemein formulieren wollen, könnte man auch von einer Sanierung der Strecke sprechen, weil wir genau die alte noch bestehende Trassierung verwenden wollen“, so der Döllnitzbahngeschäftsführer.
Die Länge der Strecke, die reaktiviert werden soll, beträgt 4,6 Kilometer und soll den ersten Kostenschätzungen zufolge rund 4,5 Millionen Euro kosten. Endpunkt wäre dann die Haltestelle „Wermsdorf-Döllnitzsee“. Von dort aus geht es nicht weiter, weil die alte Strecke vom Döllnitzsee überflutet ist. „Man wir auch definitiv nicht mit der Döllnitzbahn bis zum Schloss fahren können“, betont Neidhardt. Die restlichen 2,5 Kilometer konnten dann beispielsweise mit einer „Chu-Chu-Bahn“ bewältigt werden. Sinnvoll ist das Vorhaben jedoch nur, wenn sich in den kommenden Jahren im Schloss Hubertusburg museal etwas tut. Dabei sind eine Dauerausstellung oder Zeitausstellungen wünschenswert.
Als günstigen Realisierungszeitraum bezeichnen Kretschmar und Neidhardt die Jahre 2018 bis 2020. Nach dem bisherigen Rechenmodell würde dies von der Stadt Oschatz einen jährlichen Eigenanteil von rund 26 000 Euro in der Bauzeit erfordern.
Von Hagen Rösner