DAS EUROPÄISCHE NETZWERK DER ORTE DES FRIEDENS FÜHRT SEIN 13. EUROPÄISCHES TREFFEN IN MARKRANSTÄDT UND ALTRANSTÄDT DURCH

ENPP-TREFFEN IN MARKRANSTÄDT (Deutschland)
Das 13. europäische ENPP-Treffen fand wie geplant vom 14. bis 17. Oktober in Markranstädt (Deutschland) statt. Es war das erste Treffen des Netzes nach der Pandemiezeit, aber dennoch war die Anwesenheit von Delegationen aus einigen Ländern, insbesondere aus Osteuropa, aufgrund des jüngsten Ausbruchs von COVID-19, von dem diese Länder betroffen waren und weiterhin betroffen sind, erschwert. Aus diesem und anderen Gründen fand die Tagung in gemischter Form statt, d. h. persönlich und online.
An der Eröffnungssitzung, die am 15. Oktober in einem von der Stadt Markranstädt zur Verfügung gestellten Sitzungssaal stattfand, nahmen die Mitglieder des Netzwerks persönlich oder online sowie mehrere Gäste teil, darunter die Bürgermeisterin von Markranstädt, Frau Nadine Stitterich, der gewählte Bürgermeister der Gemeinde Estremoz, Professor José Daniel Sadio, der Direktor des Nationalmuseums Cotroceni in Bukarest, Herr Liviu Jicmann und Herr Rien Sprenger, verantwortlich für die Europäische Kulturroute St. Martin in der Stadt Utrecht (Niederlande), wo ein wichtiger Friedensvertrag unterzeichnet wurde, sowie eine Delegation der Gemeinde Chotyn (Ukraine), wo 1621 ebenfalls ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, unter der Leitung ihres Bürgermeisters Andriy Dranchuk .
Während der Eröffnungssitzung wurde Dr. Georg Müller, ehemaliger Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Hubertusburg e.V. und einer der enthusiastischsten Förderer des ENPP, der am 25. September 2021 verstorben ist, mit einer Schweigeminute geehrt. Außerdem wurde ein Video ausgestrahlt, das den Beitrag von Dr. Georg Müller zur Gründung und Entwicklung des ENPP in den ersten Jahren seines Bestehens sowie seine Tätigkeit in der deutschen Partnerorganisation, der er vorstand, würdigt. Infolgedessen hat die 13. europäische ENPP-Tagung beschlossen, Dr. Georg Müller posthum zum Ehrenmitglied zu ernennen.
Im Verlauf der Tagesordnung diskutierte das Europäische ENPP-Treffen die Stärkung und künftige Tätigkeit des Wissenschaftlichen Rates, die Vorlage eines neuen Antrags auf Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels (EKS) für die Stätten, an denen Friedensverträge unterzeichnet wurden, sowie den Dreijahres-Aktivitätsplan und den Dreijahres-Finanzplan. Diese Dokumente werden nun in den einzelnen Mitgliedsorganisationen diskutiert, damit sie in naher Zukunft verabschiedet werden können.
Während des Treffens wurden Besuche in Markranstädt und der angrenzenden Region durchgeführt, die in mehreren Besuchen von Einrichtungen und Denkmälern in der Stadt Leipzig gipfelten.
Das nächste europäische ENPP-Treffen ist für das 1. Halbjahr 2022 an einem noch zu bestimmenden Ort geplant.

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Über die Durchführung der Tagung in Markranstädt berichtet die Presse am 15.Oktober 2021:

https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2021/10/internationales-netzwerk-p...
Internationales Netzwerk „Places of Peace“ tagt in Markranstädt
Von Stadt Markranstädt
15. Oktober 2021

 

Vom 14. Oktober bis 17. Oktober 2021 tagen die Mitglieder des internationalen Netzwerks „Places of Peace“ (ENPP) in Markranstädt. Der Förderverein Schloss Altranstädt e. V. begrüßt dazu weitgereiste Gäste unter anderem aus Portugal und aus Chotyn in der Ukraine.
Einmal jährlich treffen sich die Mitglieder des Netzwerks zum Austausch und zur Diskussion. Themen sind die laufenden Aktivitäten, Bericht des Wissenschaftlichen Beirates der Orte des Friedens, ein Antrag auf Europäisches Kulturerbe Siegel und der Finanzplan für die nächsten Jahre. „Wir sind Gründungsmitglied des Netzwerkes „Places of Peace“ und stolz die Tagung erstmalig ausrichten zu dürfen.“, freut sich Hellmuth Matthes, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Altranstädt,
„Selbstverständlich haben wir auch eine interessante Rundfahrt durch unseren Friedensort „Schloss Altranstädt“ und die Umgebung geplant.“. Bürgermeisterin Nadine Stitterich ist neugierig auf die Gäste aus Europa und Deutschland, „Ich bin gespannt, welche Themen die Teilnehmer beschäftigt und welche interessanten Beiträge sie aus ihrem Ort beitragen.“.
Zur offiziellen Begrüßung der Gäste laden der Förderverein und die Bürgermeisterin Nadine Stitterich am Freitag, dem 15. Oktober 2021 um 9.00 Uhr Medienvertreter auf den Markt in Markranstädt ein.
ENPP ist ein europäisches Netzwerk von Orten, an denen Friedensverträge oder Kapitulationen unterzeichnet wurden, vertreten durch öffentliche und private Institutionen. Diese Orte sind sich der historischen, oft tragischen Ereignisse bewusst und gedenken ihrer.
Mit dem Mandat einer Vergangenheit von Kriegen arbeiten die Mitglieder der ENPP zusammen, um eine Kultur des Friedens aufzubauen und diese Orte auf der Grundlage ihres gemeinsamen historischen und immateriellen Erbes – des Friedens – zu fördern. Die Mitglieder kommen aus Portugal, Spanien, Deutschland, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Türkei.
Während des großen Nordischen Krieg (1700 – 1721) gelangte das Schloss Altranstädt in schwedische Besatzung und war von 1706 bis 1707 Hauptquartier und Regierungssitz des schwedischen Königs Karl XII. Am 24. September 1706 schloss der schwedische König hier mit August dem Starken den „Altranstädter Frieden“. Ein Jahr später am 22. August besiegelten Karl XII und der kaiserliche-österreichische Sondergesante Johan Wenzel Graf Wratislaw von Mitrowitz die „Altranstädter Konvention“.
Diese damaligen Ereignisse zeichnen das Schloss Altranstädt als einen Ort des Friedens aus. Die Bewahrung dieser bedeutenden Friedensverträge war die Motivation des Fördervereins als Gründungsmitglied dem ENPP beizutreten. Weitere Informationen zum Netzwerk finden sich auf www.plaecesofpeace.eu.

 

Hier finden Sie die Bilder der Tagung:

Eröffnung durch Eduardo Basso und Hellmuth Matthes

Gäste aus der Ukraine, erstmals dabei

Bericht des Wissenschaftlichen Beirates

Arbeitspause mit der Bürgermeisterin Frau Stitterich und Gästen aus der Ukraine

am Friedensdenkmal von Altranstädt

 

Am Nietzsche-Denkmal in Röcken

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